Die kalifornische Dürre

Nein, nein, dies ist kein politischer Beitrag.

Na ja, vielleicht doch, wenn man bedenkt, dass der jetzige sogenannte Präsident glaubt, dass Klimawechsel ein Scherz ist…

Als ich letzte Woche vom Unwetter sprach, brachte ich kurz das Thema Dürre auf.

Hier sind die guten Nachrichten

Wir haben zwar immer noch eine Dürre in Teilen Kaliforniens, aber verglichen mit Februar 2016 haben wir uns gut verbessert.

Am 23. Februar 2016 waren über 99% Kaliforniens in einem Dürre-Status. Fast 82% waren als „ernst“ oder „stark“ eingestuft.

Am 21. Februar 2017 sind es nur noch 38%. Heute sind nur noch 4% als „ernst“ oder „stark“ eingestuft.

Wer sich die Daten genauer ansehen  moechte: Hier geht’s zum Dürre-Monitor (englisch)

Die Freude ist nur kurzweilig

Der Wetterdienst sagt ab morgen wieder Temperaturen über 23C an ohne Regen in den nächsten 10 Tagen. Und das Grundwasser hat sich auch noch nicht erholt (und wird es wahrscheinlich auch nicht).

Aber erstmal koennen wir uns ein wenig freuen. Und vielleicht bekommen wir doch noch etwas mehr Regen oder Schnee in den Bergen.

Unwetter in L.A.

Endlich Regen!

Wie ihr ja wisst, ist Kalifornien in einer laaaaangen Dürre-Periode. Wir brauchen Regen, da unsere Trinkwasserreservoirs nicht mehr adäquat gefüllt sind.

Dürre wird an drei Faktoren gemessen: Regenwasser für die Reservoirs, Schneemasse für Wasserlauf im Frühling bei der Schneeschmelze und Grundwasser.

Nach den letzten Regenfällen (und ein paar stehen uns noch bevor), sind die Reservoirs fast wieder gefüllt und wir haben wahrscheinlich genug Schneefall in den Bergen gehabt. Der Grundwasserspiegel füllt sich allerdings nicht so schnell auf und braucht Jahre, um sich zu erholen. (hier ist mehr auf englisch: https://ca.water.usgs.gov/data/drought/)

Nordkalifornien ist offiziell nicht mehr in einer Dürre-Periode. Wir in Südkalifornien sind noch drin, aber eventuell heraus, wenn die neusten Daten diese Woche herauskommen.

Was hat das nun mit dem Unwetter zu tun? Eine Menge!

Los Angeles ist ein Betonblock. Strassen, Highways, Freeways, Parkways, Boulevards. Der Boden, der nicht zubetoniert ist, ist von der Dürre voellig ausgetrocknet und kann kaum oder kein Wasser aufnehmen.

Freitag morgen in Glendale, Kalifornien

Da es nicht oft regnet in Südkalifornien, haben viele Strassen keinen vernünftigen Wasserablauf. Das heisst, selbst bei normalem Regenfall kann das Regenwasser nicht ablaufen und Strassen sind schnell überflutet.

Bei den (für Kalifornien) heftigen Regenfällen am Freitag wurden zahlreiche Strassen und Highways (inklusive der Higways I5 und I15 – zwei der wichtigsten Verkehrshauptadern in Kalifornien) zeitweise überflutet, eben da das Wasser nicht ablaufen konnte. Diese Strassen wurden dann kurzzeitig gesperrt. übrigens waren beide Highways im letzten Jahr wegen Buschfeuer auch zeitweise gesperrt – also nichts ungewöhnliches für Kalifornien.

Das Wasser will natürlich ablaufen und sucht sich den Weg des wenigsten Widerstandes, was dann oft zu starken Ansammlungen und Wasserabläufen führt und dort zu Schlammlawinen.

Idioten und fehlenden Strassenmarkierungen

Verkehr ist natürlich auch immer ein Problem bei Regen, zum einen natürlich durch Idioten, die sich nicht den Wetterverhältnissen anpassen. Zum anderen durch Strassenmarkierungen, die bei Regen nicht zu sehen sind. Das ist ganz spannend…

Ich bin während eines Regentages abends zu Freunden gefahren und habe im Regen keine Strassenmarkierungen auf dem Highway sehen koennen. Da lobe ich mal die Engländer, die auf allen Motorways Reflektoren als Strassenmarkierungen haben.

Beides, Idioten und fehlende Strassenmarkierungen, führen leider immer wieder zu teils schweren Unfällen. Das ist natürlich tragisch, aber doch die Ausnahme, die dann in den Nachrichten heutzutage hochgespielt werden.

Tip: Bei starken Regenfällen (oder Schnee) fahrt vorsichtig oder bleibt zu Hause!