Der Tag nach der Wahl

Im Büro war es ruhig. Unheimlich ruhig.

Der übliche „Guten Morgen“-Gruß wurde ein leise gemurmeltes „Morgen“.

Anstelle eines fröhlichen „Wie geht’s?“, gab es ein leichtes Kopfnicken mit düsterem Blick.

Der Schock saß allen in den Knochen.

Leise Gespräche über das Unverständnis am Ausgang der Wahl in der Küche.

Im stillschweigendem Gemeinsam wurde ab mittags auch nicht mehr über die Wahl geredet.

Nach der Mittagszeit wurde es langsam lauter – aber immer noch nicht ganz bis zur normalen Lautstärke heran.

Ab 15 Uhr brach eine Welle von „Let’s get a drink“-Gesprächen los. Ab 16 Uhr war das Büro fast leer und die Kneipe um die Ecke voll.

WTF Amerika??

Ich glaub’s nicht. What the fuck, Amerika?!

Keine Ahnung, was morgen passiert, aber ich habe kein gutes Gefühl.

Ich muss gestehen, ich bin zwar nervös in den Wahltag gestartet, aber habe an das Gute in den Menschen geglaubt und war heute morgen vorsichtig hoffnungsvoll auf einen Sieg von Clinton.

Jetzt bin ich nur depressiv.

Die Zukunft wird zeigen, ob es ein „silver lining“ gibt, ob etwas Gutes aus dieser Wahl herauskommt. Momentan bezweifel ich dies.

Ich brauche Schlaf und dann sehen wir weiter…

Ach ja, und als Tipp: morgen schnell Aktien kaufen!