Eigentlich haben alle verloren

Es gibt genug Wahlanalysen, die ihr sicherlich schon gelesen habt. Daher lasse ich meine Finger davon.

Aber was ich nicht verstehe ist, wie kann fast die Hälfte der Wähler zu Hause bleiben, bei einer Wahl von so einer großen Bedeutung? Bei einer Wahl, wo die Kandidaten eben so unterschiedlich sind? Bei einer Wahl, wo es um so viel geht?

Man muss doch eine Meinung haben?

Nach momentanen Auszählungen (das finale Ergebnis wird noch ein paar Tage dauern) hat Hillary Clinton die meisten Stimmen gewonnen (aber Dank des amerikanischem Wahlsystems nicht die Wahl gewonnen).

Aber mal ganz ehrlich, keiner hat gewonnen!

46.6% haben nicht gewählt
25.6% wählten für Hillary Clinton
25.5% wählten für  Donald Trump

Florida und Michigan (und damit die Wahl um den Präsidenten) hätten von den Demokraten gewonnen werden können, wäre sie nicht wegen Protestwähler und Nicht-Wähler verloren worden.

Die Mehrheit der Amerikaner hat nicht Donald Trump gewählt!

In der Tat wählten weniger Republikaner für den republikanischen Kandidaten als im Jahr 2012. Und die Demokraten blieben zu Hause. (Quelle: http://mashable.com/2016/11/09/voting-poll-numbers/#fc3huGjSEqqi)

us-election-2016

Wer nun glaubt, dass dieses Phänomen ja „typisch Amerika“ sei und „kann bei uns nicht passieren“, sollte aufwachen.

Brexit war das erste Zeichen von unzufriedenen Bürgern, die zum stärksten Mittel gegriffen haben, ihren Unmut zu zeigen.

Die USA-Wahl ist nun ein zweites Zeichen desgleichen.

Macht euch nichts vor, die Wahlen in Frankreich, den Niederlande und dann in Deutschland im nächsten Jahr werden ungemütlich. Protestwähler und Nicht-Wähler können – wie in den USA – den Ausgang bescheren.

Hier ist was ihr tun könnt:

  • Habt politische Diskussion mit eurer Familie, euren Freunde, euren Nachbarn.
  • Regt sie dazu an, sich zu informieren -und zwar nicht durch Facebook oder der populären Presse, sondern durch unabhängige Nachrichten und Quellen.
  • Regt jeden an zu wählen – auch wenn er/sie nicht eurer Meinung ist. Auch wenn am Ende nicht „mein“ Kandidat (meine Kandidatin) gewinnt, möchte ich doch wissen, dass die Mehrheit für den Gewinner gestimmt hat und nicht nur ein Viertel der Wahl-Bevölkerung.

Nehmt die nächsten Wahlen ernst! Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs und wir müssen sicher gehen, dass es vorwärts geht und nicht zurück!

Danke, dass ihr meine Beiträge liest!